Home KochrezepteSuppen & Eintöpfe Traditionelle Biersuppe: lecker und super einfach

Traditionelle Biersuppe: lecker und super einfach

von Rene
Traditionelle Rezepte wiederzuentdecken, macht immer wieder Spaß. Sie sind einfach herzustellen und verwenden Zutaten, die sich leicht beschaffen lassen. Ein tolles Beispiel hierfür ist leckere Biersuppe. Die schnelle Suppe schmeckt köstlich als Vor- und als Hauptspeise. Außerdem kannst Du problemlos größere Mengen davon zubereiten, wenn Du viele Gäste erwartest.
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Vorbereitung 5 Min.
Zubereitung 15 Min.
Gesamt 20 Min.
Gericht Hauptgericht
Menge 4 Portionen
Kalorien 289 kcal

Küchenhelfer

  • Toaster
  • Topf
  • Schneebesen
  • Pürierstab

Zutaten
  

  • 150 g Stangenweißbrot
  • 1 Zwiebel mittelgroß
  • 60 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 500 ml Bier
  • 100 ml saure Sahne
  • 1 Ei Größe M
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Muskat
  • eine Handvoll frische Kräuter zum Garnieren

Zubereitung
 

  • Zuerst schneidest Du 150 g Stangenweißbrot in etwa 1 cm dicke Scheiben und toastest sie leicht an. Wenn die Scheiben Deines Weißbrots relativ groß sind, halbierst Du sie. Beiseitestellen.
  • Du schälst eine mittelgroße Zwiebel und würfelst sie. Dann gibst Du 50 g Butter in einen Topf und zerlässt sie bei mittlerer Hitze. In der zerlassenen Butter dünstest Du die Zwiebelwürfel, bis sie glasig sind.
  • Anschließend gibst Du 50 g Mehl in den Topf und schwitzt es in der Butter unter ständigem Rühren 3 Minuten lang an.
  • Danach gießt Du 500 ml Gemüsebrühe und 500 ml Bier in den Topf. Alles gut umrühren, damit sich alle Zutaten gleichmäßig vermischen. 10 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Inzwischen trennst Du 1 mittelgroßes Ei und verquirlst das Eigelb mit 100 ml saurer Sahne. Diese Mischung gibst du in den Topf und rührst so lange, bis sie sich regelmäßig verteilt hat.
  • Anschließend schmeckst Du die Suppe mit Salz, schwarzem Pfeffer und einer Prise Muskat ab.
  • Zum Schluss pürierst Du die fertige Suppe mit einem Pürierstab.
  • Vor dem Servieren legst Du das Weißbrot auf die Suppe und lässt es ein wenig einweichen. Wenn Du möchtest, kannst Du etwas Salz und schwarzen Pfeffer über das Brot streuen.
  • Dann wäschst Du eine Handvoll frischer Kräuter, schneidest sie klein und verteilst sie über der Suppe.

Gut zu Wissen

  • Statt das Brot einfach zu toasten, kannst Du es in einer Pfanne in Butter anrösten und mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Wenn Du ein anderes Fett als Butter verwendest, musst Du darauf achten, dass es sich gut erhitzen lässt. Butterschmalz und raffinierte Öle haben einen höheren Rauchpunkt als kalt gepresste Speiseöle. Daher vertragen sie die hohen Temperaturen beim Rösten und Braten besser.
  • Um Mehlklümpchen zu verrühren, eignet sich ein Schneebesen am besten. Falls Du keinen zur Hand hast, kannst Du einen Löffel nehmen und alle sichtbaren Mehlklümpchen am Topfrand zerdrücken. Das dauert allerdings länger, und häufig bleiben Mehlreste in der Suppe. Eine weitere Alternative sind zwei Gabeln, die Du mit den Spitzen nach außen aufeinander legst. Auf diese Weise erhältst Du einen einfachen Schneebesen-Ersatz.
  • Falls Du keinen Pürierstab hast, lässt Du diesen Arbeitsschritt aus. Deine Suppe hat dann eine etwas andere Konsistenz, schmeckt aber auch sehr gut.
  • Bei den Kräutern zum Garnieren hast Du freie Wahl. Es eignen sich beispielsweise Schnittlauch, Petersilie, Bärlauch oder Kerbel.
  • Wenn Du Deine Suppe etwas stärker würzen willst, kannst Du zusätzlich eine fein gehackte Knoblauchzehe mit der Zwiebel andünsten und beim Abschmecken gemahlenen Kümmel verwenden.
  • Das Brotsuppe-Rezept lässt sich übrigens ebenso einfach auf dem Grill oder am Campingfeuer zubereiten. Hierfür eignet sich ein Dutch Oven am besten. Für die Suppenzubereitung brauchst Du den Dutch Oven nur von unten erhitzen. Briketts auf dem Deckel sind nicht notwendig.

Nährwerte

Kalorien: 289kcalKohlenhydrate: 19gEiweiß: 4gFett: 18gCholesterin: 86mgZucker: 3gCalcium: 51mgEisen: 1mg
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Biersuppe: ein leckeres Gericht mit langer Geschichte

Rezepte für Biersuppen gibt es bereits im 16. Jahrhundert. Allerdings ist davon auszugehen, dass diese Art von Suppe wesentlich älter ist. Bier ist als Kulturgetränk seit über 5000 Jahren bekannt. Vermutlich entdeckten die Menschen sehr bald, dass feuchtes Brot gärt und sich als Grundlage für alkoholhaltige Getränke eignet. Dies passiert unabhängig von der Art des Getreides. Roggen und Weizen lassen sich ebenso gut hierfür verwenden wie Emmer oder Reis. In Mitteleuropa gibt es in den meisten Regionen Rezepte für die Zubereitung von Biersuppen. Die Suppe galt über Jahrhunderte hinweg als nahrhafte und gesunde Speise. Sie wurde zum Frühstück verzehrt und während der Fastenzeit. Denn als fleischlose Flüssignahrung war sie nach den Fastenregeln erlaubt. Auch wenn die Suppe Bier enthält, gab es lange Zeit keinerlei Bedenken, sie für Kinder und Jugendliche zuzubereiten. Die Überlegung, Alkohol Erwachsenen vorzubehalten, ist relativ neu.

Welches Bier eignet sich für das Biersuppe-Rezept?

Für das Rezept kannst Du jede Biersorte verwenden, die Du magst. Da das Bier einen beträchtlichen Anteil der Suppe ausmacht, hat es einen merklichen Einfluss auf den Geschmack der fertigen Suppe. Helle, leichte Biere ergeben ein dezentes Aroma. Pils, Weizen, Kölsch und eine Vielzahl weiterer Sorten stehen zur Verfügung. Dunkle Sorten wie Bock-, Alt- oder Schwarzbier macht sich geschmacklich stärker bemerkbar. Falls Du experimentierfreudig bist, kannst Du es mit einem aktuellen Biertrend versuchen: Craftbiere werden immer beliebter. Diese Sorten sind keine Massenware und lassen den Bierbrauern viel Raum, neue und alte Rezepturen auszuprobieren.

Wenn Du nicht mit Alkohol kochen möchtest, empfiehlt sich ein alkoholfreies Bier. Ein Teil des Alkohols verdampft zwar durch das Erhitzen. Die Suppe kocht jedoch nicht lange genug, um hinterher alkoholfrei zu sein.

Es muss nicht immer Weißbrot sein: Tipps für die Brotauswahl

Für dieses Biersuppe-Rezept nimmst Du angeröstetes Weißbrot. Doch Du kannst dieses nach Belieben durch andere Brotsorten ersetzen. Rezepte für Biersuppen stammt aus einer Zeit, als es in den ländlichen Gebieten nicht täglich frisches Brot gab. Es war aufwendig, den Ofen zum Brotbacken anzuheizen. Daher wurde Brot auf Vorrat gebacken. Sobald es älter und härter wurde, diente es als Einlage für Suppen. Diese sättigten dann besser, und das harte Brot ließ sich problemlos nach dem Einweichen verzehren.

Aus diesem Grund kannst Du altbackenes Brot statt des angetoasteten Brots verwenden. Anstelle von Weißbrot eignen sich auch alle Mischbrote. Vollkornbrot schmeckt ebenfalls, wird aber beim Anrösten schnell hart. Du kannst allerdings direkt vor dem Servieren eine halbe Scheibe direkt auf die Suppe legen und die Kräuter darüberstreuen. Laugengebäck ist eine weitere Alternative.

Ein Küchenklassiker: die Mehlschwitze oder Einbrenne

Für das Biersuppe-Rezept verwendest Du eine Mehlschwitze. Sie wird auch Einbrenne oder Roux genannt. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie fester Bestandteil vieler Saucen- und Suppenrezepte. Denn sie stellt eine einfache Möglichkeit dar, Flüssigkeiten zu binden und sämig zu machen. Wichtigste Bestandteile sind Mehl und Fett. Das Basisrezept besteht zu gleichen Teilen aus Weizenmehl und Butter. Das Besondere an einer Mehlschwitze oder Einbrenne ist, dass Du sie wahlweise hell, leicht gebräunt oder dunkel herstellen kannst. Die helle Variante eignet sich für die Béchamelsauce oder andere helle Saucen. Für kräftige dunkle Bratensaucen stellst Du eine dunkle Mehlschwitze her.

Die Farbe hängt von der Röstdauer des Mehls ab. Bei einer hellen Mehlschwitze sind es etwa 2 Minuten, bei der sogenannten blonden Mehlschwitze zwischen 4 und 5 Minuten, bei einer dunklen Mehlschwitze röstest Du das Mehl noch etwas länger. Mehr als 8 Minuten sollten es jedoch nicht sein. Anschließend rührst Du portionsweise die Flüssigkeit ein, die Du binden willst. Wichtig ist kontinuierliches Rühren, um alle Mehlklümpchen aufzulösen. Wenn keine mehr zu sehen sind, lässt Du die Sauce oder Suppe noch rund 10 Minuten köcheln. Dadurch verschwindet der Mehlgeschmack. Zum Schluss würzt Du mit Salz, Pfeffer sowie Gewürzen und Kräutern Deiner Wahl.

Schnelle Biersuppe: ein Rezept mit vielen Varianten

Probiere zur Abwechslung eine andere Suppenvariante aus, wenn Dir das Biersuppe-Rezept gefällt. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, sie zuzubereiten: pikant oder leicht süß. Hier sind einige Anregungen zum Experimentieren:

Thüringer Biersuppe: Für diese Suppe wird üblicherweise Roggenbrot statt Weißbrot genommen. Du reibst es in den Topf und gießt 1 l Bier darüber. Dann kochst Du die Mischung zusammen mit den Gewürzen so lange, bis das Brot zerfällt. Zum Schluss verrührst Du die anderen Zutaten und vermischst sie mit der Bier-Brot-Suppe. Mehl oder Brühe brauchst Du für das Rezept nicht. Aber auf der Zutatenliste stehen zusätzlich 1 TL Zucker und 200-300 Weißwein.

Süße Biersuppen-Varianten: Bei einer süßen Suppe ersetzt Du Zwiebeln, Knoblauch, Pfeffer, Kümmel und Kräuter durch Zucker und Gewürze wie Zimt und Kardamom. Solche Biersuppe-Rezepte gibt es vor allem in der Alpenregion. Im Münsterland ist die Suppe eine klassische Karfreitagsspeise, die zu Struwen gegessen wird. Für süße Biersuppen wird nicht immer eine Mehlschwitze verwendet, sondern gelegentlich Milch.

Besonders deftig: Ausgelassene Speckwürfel machen Deine einfache Biersuppe zum herzhaften Hauptgericht. Dafür schneidest Du Räucherspeck oder Bauchfleisch in feine Würfel. Du gibst sie in ein Pfännchen und erhitzt sie so lange, bis sie leicht glasig sind. Danach rührst Du sie in die Suppe. Falls Du es lieber knusprig magst, kannst Du sie auch kross anrösten. Für diese deftige Variante eignen sich Rinderfond oder -brühe besser als Gemüsebrühe.

Titelbild von © Africa Studio - stock.adobe.com

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